Firmenneugründungen in der Schweiz 2022: Welche Branchen boomen? - jobmittelland.ch
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Firmenneugründungen in der Schweiz 2022: Welche Branchen boomen?

Veröffentlicht am 02.11.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Rund 50'000 neue Firmen haben sich im Jahr 2022 im Schweizer Handelsregister eingetragen. Gegenüber dem Rekordjahr 2021 bedeutet das einen leichten Rückgang von 1,4 Prozent. Und auch der Zehnjahresvergleich zeigt, dass Firmengründungen in der Schweiz im Trend liegen. In welchen Branchen häufiger gegründet wird und in welchen Regionen, darüber gibt die vom Institut für Jungunternehmen (IFJ) veröffentlichte Studie "Nationale Analyse Schweizer Firmengründungen 2022" Auskunft.
Die Ergebnisse der Studie im Überblick

Die Studie hat einige interessante Ergebnisse zutage gefördert. Das gilt nicht nur für die
Branchen, in denen gegründet wird, sondern auch für die bevorzugten Regionen in der Schweiz und für den Frauenanteil.

1. Der Anteil der Frauen an den Firmengründungen

Bei 46 Prozent der Neugründungen sind mindestens eine Frau oder mehrere Frauen beteiligt. 9,5
Prozent davon sind ein Team aus Männern und Frauen, während 36,6 Prozent aller neuen Firmen nur von Frauen gegründet wurden. Etwas mehr als die Hälfte der Firmen, nämlich 53,9 Prozent, gehen ausschliesslich auf Männer zurück.

2. Bevorzugte Rechtsformen

Es sind vor allem zwei Rechtsformen, die bevorzugt für Firmenneugründungen ausgewählt werden. Die beliebteste Rechtsform ist und bleibt die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), gefolgt von der Einzelfirma. Wurden 2021 noch 19'306 GmbHs gegründet, waren es 2022 bereits 19'598. Einen geringeren Anstieg verzeichnen die Einzelfirmen, deren Anzahl von Neugründungen von 15'842 in 2021 auf 15'871 in 2022 gestiegen ist. Anderes gilt für Aktiengesellschaften und Kollektivgesellschaften, deren Attraktivität im Zusammenhang mit Neugründungen gesunken ist.

3. Neugründungen nach Branchen

Interessant ist auch, die Neugründungen nach Branchen zu differenzieren und die Frage, welche
Branchen von den Neugründungen profitieren und welche nicht. Die grössten Gewinner und damit Wachstumsbranchen im Jahr 2022 sind Marketing & Kommunikation, die ein Plus von 15,9 Prozent verzeichnen. Ähnlich stark wachsen auch die Branchen Transport & Logistik mit 15,1 Prozent und das Gesundheitswesen mit 11,5 Prozent. Zahlenmässig am häufigsten gegründet wurde allerdings in den Branchen Handwerk, Immobilien, Beratung und Detailhandel.

Denn Gründungen in den Bereichen Transport & Logistik sowie Marketing & Kommunikation hatten in den Jahren 2020 und 2021 mit starken Rückgängen zu kämpfen, die sie jedoch im Jahr 2022 wettmachen konnten. Prozentual die höchsten Rückgänge im Jahr 2022 verzeichneten der Grosshandel mit einem Minus von 13,3 Prozent sowie die Land- und Forstwirtschaft, in der Gründungen um 12,4 Prozent zurückgingen.

4. Neugründungen nach Kantonen

Nicht nur zwischen den Branchen, sondern auch zwischen den einzelnen Kantonen variiert die Anzahl der Neugründungen von Unternehmen im Jahr 2022. In diesem Jahr kamen der Studie zufolge im Schweizer Durchschnitt 5,74 Gründungen auf 1'000 Einwohner. Der Kanton Zug führt die Spitze der gründungsfreudigen Kantone mit einem Wert von 23.12 Gründungen pro 1'000 Einwohner an, gefolgt von den Kantonen Schwyz mit 8.36 und Genf mit 8.03. Oberhalb des für die Schweiz errechneten Durchschnitts an Gründungen liegen ausserdem die Kantone Appenzell, Nidwalden, Wallis, Basel-Stadt, Tessin, Waadt, Obwalden und Zürich.

Doch es gibt auch Gründungsmuffel unter den Schweizer Kantonen. Die rote Laterne und damit das Schlusslicht ist der Kanton Uri, wo auf 1'000 Einwohner lediglich 3,27 Gründungen kommen, was einem Minus von 11,1 Prozent entspricht. Den vorletzten sowie den drittletzten Platz belegen die Kantone Bern mit 3.85 und Basel-Landschaft mit 4.31 Gründungen pro 1'000 Einwohnern.