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Wie gehe ich mit Lücken im Lebenslauf durch Krankheiten um?

Veröffentlicht am 26.01.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Lücken im Lebenslauf sind manchmal unvermeidlich. Eine schwere Erkrankung bewirkt häufig eine
längere berufliche Auszeit. Viele Menschen sind unsicher, wie sie bei Bewerbungen mit diesem
vermeintlichen Manko umgehen sollen. Sie fragen sich: Erwähne ich die Krankheit im Lebenslauf
besser nicht?
Auszeiten durch Krankheiten besser offen ansprechen statt vertuschen

Generell kann nicht empfohlen werden, eine längere Lücke im Lebenslauf zu vertuschen. Berufliche
Auszeiten durch Krankheit, die länger als sechs Monate dauern, sollten unbedingt erwähnt werden.
Zum einen wird es normalerweise nicht funktionieren, den krankheitsbedingen Ausfall zu vertuschen.

Eine schwammige Formulierung wie "berufliche Auszeit aus privaten Gründen" wirft mehr Fragen auf
als eine knappe Erwähnung der Erkrankung. Zum anderen ist es in Ihrem Interesse, Zeiten Ihres beruflichen Ausfalls nicht zu verleugnen. Diese Zeiten gehören zu Ihrer Persönlichkeit und zu Ihrem Leben. Und wer will schon bei einem Arbeitgeber tätig sein, der Sie nicht als Person wertschätzt?

Die Krankheit thematisieren, aber nicht dramatisieren

Natürlich bedeutet ein offener Umgang nicht, dass Sie die Details Ihrer Erkrankung offen legen müssen. Das ist gesetzlich auch gar nicht vorgesehen - ein Arbeitgeber darf die Diagnose nicht erfragen. Dennoch ist es natürlich in Ihrem Sinne, dass die Krankheit in Ihrem Lebenslauf den Raum einnimmt, den sie sollte - das heisst aber auch, dass die Lücke eher beiläufig erwähnt werden sollte. Wichtig ist für den Arbeitgeber vor allem, dass Sie genesen sind und wieder voll einsetzbar.

Diesen Aspekt sollten Sie bei Ihrer Bewerbung also vor allem thematisieren, und nicht Ihre Krankheit. Möglicherweise haben Sie durch die Erfahrung, dass Sie durch eine Erkrankung in Ihrem Leben auf sich zurückgeworfen wurden, sogar eine innere Stärke erlangt, die Ihnen in Ihrem Beruf zugute kommt? Dann sollten Sie das Ihrem potenziellen Arbeitgeber schon in Ihrer Bewerbung deutlich machen.

Betonen Sie die Tatsache, dass Sie voll einsatzfähig sind

Im Unternehmen sind Mitarbeitende gefragt, die sich voll und ganz mit ihrer Motivation, ihrem
Fachwissen und ihrer Tatkraft einbringen. Es ist also gar nicht so wichtig, dass Sie in der Vergangenheit durch eine längere Erkrankung nicht einsatzfähig waren. Viel interessanter für potenzielle Arbeitgeber ist, ob Sie in Zukunft stark genug sind, um den Anforderungen Ihrer Tätigkeit standzuhalten. Bei manchen Krankheiten, wie einem Beinbruch, ist die Gesundheit nach einigen Monaten wieder voll hergestellt. Falls Sie allerdings unter einer chronischen Krankheit leiden, die Sie dauerhaft einschränkt, sollten Sie sich eine Arbeitsstelle suchen, bei der Sie Ihre Fähigkeiten für alle gewinnbringend einsetzen können.

Es ist keinem gedient, wenn Sie sich für eine Tätigkeit bewerben, die Sie überfordert. Ein offener Umgang mit Ihren Stärken und Schwächen ist demnach im Sinne nicht nur des Arbeitgebers, sondern auch in Ihrem Interesse. Schliesslich ist es für die psychische Verfassung und die weitere berufliche Karriere nicht förderlich, wenn Sie schon in der Probezeit gekündigt werden oder selbst erkennen, dass Ihr neuer Job für Sie nicht geeignet ist.