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Kriminellen Mitarbeitern auf der Spur, welche Risiken fürchten Führungskräfte?

Veröffentlicht am 07.09.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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In einem Unternehmen gibt es viele Herausforderungen, zum Beispiel der Umgang mit kriminellen
Aktivitäten. Ein Szenario, vor dem sich viele Führungskräfte fürchten, ist das Risiko, dass es "schwarze Schafe" in der eigenen Firma geben könnte.
Merkmale typischer Täter und Täterinnen in Betrieben

Das typische Täterprofil in Unternehmen ist eine Person, die im Finanzbereich arbeitet und schon
mehr als zehn Jahre lang im Unternehmen angestellt ist. Dadurch haben diese Mitarbeitenden die
Möglichkeit, die Kontrollsysteme durch spezifisches Wissen, das in langjähriger Betriebszugehörigkeit erworben wurde, zu umgehen. Jüngere Betriebsangehörige treten zwar auch häufig negativ in Erscheinung, die betrügerischen Handlungen werden aber schneller entdeckt.

Die häufigste Altersgruppe der Personen, die in Unternehmen kriminelle Handlungen verüben, liegt zwischen 40 und 55. Dabei haben kriminelle Mitarbeitende das Potenzial, wirtschaftlich grosse Schäden zu hinterlassen: Auch wenn kriminelle Aktivitäten zu 43% durch externe Täter verursacht sind, sind 73% der wirtschaftlichen Schäden auf kriminelle Mitarbeitende zurückzuführen.

Beweggründe von Mitarbeitenden, die kriminell in Erscheinung treten

Weshalb treten Mitarbeitende überhaupt kriminell in Erscheinung? Die Motivation für kriminelles
Handeln ist sehr unterschiedlich. Rachsucht, Habgier oder Spielsucht sind mögliche Faktoren, die
dazu führen, dass Männer und Frauen eine kriminelle Handlung beim eigenen Arbeitgeber nicht nur in Erwägung ziehen, sondern diese auch durchführen.

Doch auch finanzielle Nöte können eine Rolle spielen. Dieser Aspekt ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Denn manchmal steht ein luxuriöser Lebensstil hinter dem verbrecherischen Verhalten und nicht eine wirkliche wirtschaftliche Notlage, in die man vielleicht unverschuldet geraten ist.

Nicht nur interne Probleme bereiten Führungskräften Sorge

Doch nicht nur die Sorge, dass sich Mitarbeitende im Betrieb unrechtmässig bereichern, treibt
Führungskräfte um. Weitere Befürchtungen von Führungskräften sind eher struktureller Natur. Die
rasante technologische Entwicklung befeuert die Angst davor, "abgehängt" zu werden und die Sorge vor schwerwiegenden Cyberangriffen. Die steigende Komplexität in Unternehmen ist eine Ursache für die Furcht vieler Führungskräfte vor rechtlichen Risiken. Auch Fehlentscheidungen bei der Personalauswahl und Unsicherheiten in der Personalführung sind weitere Faktoren, die Führungskräften schlaflose Nächte bereiten.

Um so wichtiger sind Strategien, mit denen Sie sich nicht auf Probleme konzentrieren, sondern Lösungen suchen. Sie sollten sich also regelmässig die Frage stellen: Sind meine Ängste realistisch? Und wie kann ich proaktiv strukturelle Schwierigkeiten bewältigen? Es kann nicht das Ziel sein, Furcht und Sorgen gänzlich zu vermeiden. Schliesslich sind Bedrohungen interner und externer Natur durchaus realistisch. Allerdings ist es wichtig, nicht jedes mögliche Szenario auf sich wirken zu lassen und gegen übertriebene Grübeleien gezielt anzukämpfen.

Ein professionelles Coaching und der persönliche Austausch mit anderen Führungskräften sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Im nächsten Schritt sind die Implementierung von wirksamen internen Kontrollsystemen wie das Mehr-Augen-Prinzip und eine regelmässige Prozessoptimierung weitere Aspekte, die Ihnen als Führungskraft nicht nur ein Gefühl von Sicherheit geben, sondern auch für einen deutlichen Rückgang von Risikofaktoren im Unternehmen sorgen.