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Was ist ChatGPT, und wie kann das KI-Tool im Recruiting helfen?

Veröffentlicht am 04.05.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Mit ChatGPT hat die künstliche Intelligenz (KI) einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Das gilt auch vor dem Hintergrund, dass dieses KI-Tool seit Ende November 2022 der Öffentlichkeit kostenfrei zugänglich gemacht wurde. Mittlerweile ist ChatGPT mit 100 Millionen Nutzern im Januar 2023 die am schnellsten wachsende Verbraucher-Anwendung. Interessant ist der vom amerikanischen Unternehmen OpenAI entwickelte textbasierte Chatbot für zahlreiche Branchen, was gleichermassen für Recruiter im HR-Bereich gilt.
Anwendungsbereiche von ChatGPT im Recruitung

Für Recruiter stellt sich die spannende Frage, wie sich das KI-Tool im HR-Bereich gezielt nutzen
lässt.

Beispiele für die Nutzung von ChatGPT im Recruiting:
  • Verfassen von Stellenanzeigen
  • Gezielte Kandidatensuche über diverse Plattformen wie Xing und LinkedIn
  • Persönliche Ansprache von über Plattformen generierten Kandidaten
  • Zusammenfassen von Lebensläufen interessanter Kandidaten
  • Abgleichen von eingegangenen Kandidatenprofilen
  • Formulieren von Interview-Leitfäden
  • Ausarbeiten von Vorlagen, zum Beispiel die Bestätigung des Bewerbungseingangs, Einladungen zum Vorstellungsgespräch und Absagen
Insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels, wo es darum geht, schnell und gezielt die besten
Fachkräfte auf dem Markt zu generieren, ist es ein riesiger Vorteil, mit dem KI-Tool zeitnah auf
Bedarf zu reagieren und gute Arbeitskräfte auf dem wettbewerbsintensiven Arbeitsmarkt einzufangen. ChatGPT ist in der Lage, Informationen über die Anforderungen der jeweiligen Stelle und über den Unternehmensbedarf zu sammeln und in die Stellenanzeige einfliessen zu lassen, was ebenfalls eine Zeitersparnis bedeutet. Insgesamt kann das KI-Tool dazu beitragen, Bewerbungsprozesse reibungsloser und effizienter abzuwickeln.

Was sind die Vorteile von ChatGPT für Recruiter?

Der entscheidende Vorteil von ChatGPT für Recruiter ist die enorme Zeitersparnis, die mit der
Nutzung des KI-Tools verbunden ist. Lebensläufe werden von dem Chatbot zusammengefasst, sodass sie einfach und schnell abgeglichen und die besten Kandidaten herausgefiltert werden können. Auch mithilfe den von der künstlichen Intelligenz erstellten E-Mail-Vorlagen und Stellenanzeigen lässt sich Zeit sparen.

Die Effizienz wird durch ChatGPT deutlich erhöht, und Arbeitsabläufe werden optimiert, sodass sich das Recruiting-Team auf die Aufgaben konzentrieren kann, die nicht ohne den Menschen ausgeführt werden können, weil sie Empathie, individuelle Kommunikationsfähigkeiten und Verhandlungsgeschick erfordern.

Es ist davon auszugehen, dass es durch die künstliche Intelligenz weitere Arbeitserleichterungen
geben wird. Möglich ist die Integration von ChatGPT in Autoresponder, sodass beispielsweise häufig gestellte Fragen automatisch beantwortet und versendet werden. Wie in anderen Geschäftsbereichen auch ist es die Flut an E-Mails, die im beruflichen Alltag aufhalten und vom eigentlichen Kerngeschäft ablenken.

Welchen Herausforderungen und Risiken müssen sich Recruiter stellen?

Doch die künstliche Intelligenz ist auch mit Herausforderungen verbunden. Es gibt bereits KI-Tools,
die in der Vergangenheit auf ihre Praxistauglichkeit im HR-Bereich getestet wurden. Tatsächlich gab es immer wieder Mängel, unter anderem kam es zu Diskriminierungen und Vorurteilen durch die KI-Tools.

Deshalb ist es denkbar, dass es auch im Zusammenhang mit ChatGPT zu Irritationen kommen
kann. Das gilt insbesondere für die mangelnde Transparenz in Bezug auf den Algorithmus. Noch ist
nämlich nicht klar, wer den Algorithmus beeinflusst. Hinzu kommt, dass die vom Chatbot genutzten Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen im Internet stammen.

Das bedeutet, dass ChatGPT diese Quellen nutzt und aus diesen Quellen lernt, ohne dass eine
Überwachung durch Menschen stattfindet. Insoweit besteht das Risiko, dass beispielsweise geeignete Kandidaten aufgrund von nicht durchschaubaren Vergleichsdaten übersehen werden oder dass unangemessene Vergleichsdaten generiert werden.

Umgekehrt werden Kandidaten die Handschrift der künstlichen Intelligenz erkennen. Das könnte dazu führen, dass sich so mancher Spitzenkandidat ab- und sich einem anderen Unternehmen zuwendet, bei dem der Bewerbungsprozess ausschliesslich in menschlicher Hand liegt. Das Unternehmensimage könnte Schaden nehmen, sodass solche Unternehmen in Zukunft noch grössere Schwierigkeiten haben werden, qualifizierte Fachkräfte zu generieren.

Dennoch hat ChatGPT grosses Potenzial, den Alltag von HR-Fachkräften effizienter zu gestalten und zu optimieren. Entscheidend wird sein, das KI-Tool wohlüberlegt und an den richtigen Stellen einzusetzen.