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Warum wird Quiet Quitting immer mehr zum Trend?

Veröffentlicht am 23.03.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Eine hoch engagierte und jederzeit verfügbare Generation prägte den Begriff Workaholic und zahlte dafür einen hohen Preis. Diese Generation war für das Unternehmen jederzeit verfügbar und arbeitete bis zur physischen oder psychischen Überlastung. Gegen diesen Trend wehren sich vor allem Mitarbeitende der jüngsten Generation durch Quiet Quitting.
Quiet Quitting - ausgewogene Verteilung von Arbeitszeit und Freizeit

Im Grunde ist Quiet Quitting nur die Erfüllung eines vereinbarten Vertrags. Sie vereinbaren mit
Ihrem Arbeitgeber eine Anzahl von Stunden und einen Aufgabenbereich mit Tätigkeiten, die Sie innerhalb dieser Zeit erledigen müssen. Pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit verlassen Sie den Arbeitsplatz. Bleiben noch Fragen zu Themen offen, beantworten Sie diese nicht ausserhalb der Arbeitszeit. Weder telefonisch noch per E-Mail. Denn Quiet Quitting bedeutet, nur die Leistung zu erbringen, für die Sie das Unternehmen bezahlt.

Für Unternehmen ist es unverzichtbar, frühzeitig zu erkennen, warum sich Mitarbeitende für Quiet
Quitting entscheiden.

Quiet Quitting als freie Entscheidung

Bei der Entscheidung für Quiet Quitting müssen Sie zwischen zwei Ursachen unterscheiden. Denn
diese wirken sich auf den Erfolg oder die Risiken dieses aktuell immer häufiger zu beobachtenden Verhaltens massgeblich aus.

Entscheiden sich Mitarbeitende bewusst aufgrund einer auf sie individuell abgestimmten Work-Life-Balance für Quiet Quitting, sind sie zumeist hoch motiviert. Sie lieben ihren Job, fühlen sich im Unternehmen wohl und zeigen hohes Engagement. Durch die hohe Motivation sind diese Mitarbeitenden oft sehr effektiv in der Erledigung der übertragenen Aufgaben und engagiert. Beste Voraussetzungen dafür, dass die Quantität und Qualität der geforderten Arbeitsergebnisse stimmen.

Quiet Quitting mangels Motivation beinhaltet hohe Risiken

Nicht zu unterschätzende Risiken birgt Quiet Quitting, wenn sich Mitarbeitende aufgrund einer zu
hohen Arbeitsbelastung oder mangelnder Wertschätzung dafür entscheiden. Obwohl diese Mitarbeitenden ebenfalls ihre vertraglich vereinbarten Verpflichtungen erfüllen, leidet zumeist die Qualität der Arbeitsergebnisse und das Engagement wird zum Teil unbewusst ebenfalls reduziert. Die Ursache dafür liegt häufig an einer stetig wachsenden Frustration, da die Arbeit in den Augen der Mitarbeitenden zu schlecht entlohnt ist, positives Feedback fehlt oder die hohe Arbeitsbelastung immer problematischer wird.

Sprechen Sie mit diesen Mitarbeitenden, werden diese bestätigen, dass sie ihren Job sehr gerne machen und auch hinter den Produkten des Unternehmens oder sogar hinter dem Unternehmen stehen. Vielmehr richtet sich das Quiet Quitting direkt gegen einzelne Personen wie Vorgesetzte. Tritt diese Situation ein, rückt die innere Kündigung immer näher und die Gefahr ist hoch, dass Sie als Unternehmen wertvolle und erfahrene Mitarbeitende verlieren. Oft ist dies mit hohem Kompetenzverlust innerhalb einer Abteilung verbunden.

Motivationsverlust gezielt vorbeugen

Es gibt vorbeugende Massnahmen, um diese Risiken zu vermeiden und Mitarbeitenden ein
Arbeitsumfeld zu bieten, in dem sie sich rundum wohl fühlen, motiviert arbeiten und gesund und leistungsfähig bleiben.

Dazu gehören vor allem positives Feedback und ein wertschätzender Umgang mit den Mitarbeitenden
des Unternehmens, der ein Teil der Unternehmenskultur sein sollte. Aber auch faire Entlohnung und der Respekt vor der für die Erholung so wichtigen Freizeit sollte im Vordergrund stehen.