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Lohnforderungen 2023: Warum es einen kräftigen Aufschwung braucht

Veröffentlicht am 27.10.2022 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Niedrige Arbeitslosenzahlen und Arbeitnehmer, die bis zum Anschlag arbeiten - die Schweiz erlebt gerade einen kräftigen wirtschaftlichen Aufschwung. Dem stehen steigende Lebenshaltungskosten, hohe Energie- und Rohstoffkosten und ein absehbarer Anstieg der Krankenkassenprämien gegenüber. In der Gesamtschau bedeutet das, dass eine Steigerung der Löhne nicht nur dringend notwendig, sondern auch hochverdient ist.
Gewerkschaften stellen hohe Lohnforderungen

In der Schweiz ist es eher ungewöhnlich, dass die Gewerkschaften derart hohe Lohnforderungen stellen und die sich im Übrigen darin einig sind, dass es eine Nullrunde nicht geben darf. Und so fordert Travail Suisse, die neben dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund die zweitgrösste Dachorganisation der Arbeitnehmer in der Schweiz ist, eine Lohnsteigerung zwischen 3 und 5 Prozent.

Ähnlich hoch ist die Forderung der Baugewerkschaft Unia. Nico Lutz, Leiter Bau von Unia, sieht einen Teuerungsausgleich plus 1 Prozent als angemessen an, was einer Lohnsteigerung von 4,4 Prozent entspricht. Lutz betont, dass die Löhne generell steigen müssten, um insbesondere einen Kaufkraftverlust nicht nur bei unteren Einkommen zu vermeiden.

Arbeitgeberverband dämpft die hohen Lohnerwartungen

Der Direktor des Arbeitgeberverbandes, Dr. Roland A. Müller, zeigt angesichts der Teuerungen in der aktuellen Grössenordnung Verständnis für die Forderung nach mehr Lohn. Gleichzeitig versetzt er diesen hohen Lohnerwartungen einen Dämpfer. Er gibt zu bedenken, dass nicht alle Unternehmen gleich gut durch die Pandemie gekommen seien. Es gäbe Branchen, die bereits jetzt wieder boomten, während andere noch mit den Folgen der Pandemie, den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, stark steigenden Energiepreisen und fehlenden Fachkräften zu kämpfen hätten.

Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes bekräftigt diese Aussagen und gibt zu bedenken, dass die steigenden Energiepreise und sonstigen Probleme nicht in Form von hohen Lohnforderungen auf die Arbeitgeber abgewälzt werden könnten. Stattdessen verwies er auf die Autonomie von Unternehmen und darauf, dass Lohnverhandlungen branchen- und situationsspezifisch erfolgen sollten.

Fest steht, dass die sich auf nahezu alle Lebensbereiche ausdehnenden Teuerungen in Kombination mit hohen Lohnforderungen auf Gewerkschaftsseite die Lohnverhandlungen zwischen den Sozialpartnern sehr anspruchsvoll werden lassen.

Wie Sie individuell einen höheren Lohn verhandeln

Wenn Sie der Meinung sind, dass ein höherer Lohn für Ihre Arbeit angemessen ist, dann müssen Sie nicht auf das Ergebnis der Lohnverhandlungen zwischen den Sozialpartnern warten, sondern können einen höheren Lohn auch individuell verhandeln. Worauf es ankommt, das erfahren Sie in unseren 3 Tipps für erfolgreiche Lohnverhandlungen.

 
  1. Notieren Sie sich vor dem Gespräch alle Argumente, die für eine Lohnerhöhung sprechen. Bringen Sie diese in die richtige Reihenfolge - die wichtigsten Argumente zuerst - und trainieren Sie diese Argumentationskette.
  2. Um eine Lohnerhöhung durchzusetzen, müssen Sie gegenüber Ihrem Vorgesetzten oder Arbeitgeber Ihren Nutzen kommunizieren. Überlegen Sie sich, was Sie als Mitarbeiter wertvoll macht und nennen Sie im Gespräch Beispiele wie die Akquise von Neukunden oder ein erfolgreiches Projekt.
  3. Überlegen Sie sich genau, wie hoch Ihre Lohnforderung sein soll. Stellen Sie vorab Vergleiche an und legen Sie eine konkrete Gehaltshöhe als Ziel fest, die Sie dann auch im Gespräch nennen.

Damit Sie positiv in die Verhandlungen gehen, stellen Sie sich vorab vor, welch grossartige Veränderung eine Gehaltserhöhung in Ihrem Leben bedingen wird.