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Wie hat sich der Arbeitsmarkt gegenüber den Vorjahren verändert?

Veröffentlicht am 09.05.2024 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Wie schätzen Menschen aktuell ihre Jobchancen auf dem Arbeitsmarkt ein? Inwieweit sind
Arbeitnehmer und Arbeitgeber vom Fachkräftemangel betroffen, und wie hoch ist die Wechselbereitschaft unter den Beschäftigten? Diese Fragen waren Gegenstand der repräsentativen Studie "Puls Check Arbeitsmarkt 2023", die von The Stepstone Group im Juli 2023 durchgeführt wurde und an der 10.000 Personen aus verschiedenen Branchen teilnahmen, darunter 1.100 Personalverantwortliche und 1.700 Führungskräfte. Welche Ergebnisse die Studie hervorgebracht hat - lesen Sie mehr!
"Puls Check Arbeitsmarkt 2023" - die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Die von The Stepstone Group durchgeführte Studie hat Interessantes hervorgebracht: Der Arbeitsmarkt ist in einem tiefgreifenden Wandel begriffen, der im Ergebnis den Wert von Arbeitnehmern deutlich gesteigert hat. Vorbei sind die Zeiten, in denen Beschäftigte und Arbeitssuchende lieblos als Humankapital bezeichnet wurden. Insbesondere qualifizierte Arbeitnehmer werden von Unternehmen umworben und können sich Jobs aussuchen, denn aus dem einstigen Arbeitgebermarkt ist ein Arbeitnehmermarkt geworden.

Das sind die Ergebnisse der Studie:

1. 64 Prozent der 10.000 befragten Personen denken mindestens ein Mal im Monat über eine berufliche Veränderung nach. Das ist gegenüber dem Jahr 2021 - da waren es noch 53 Prozent - ein deutliches Plus.

2. 44 Prozent schätzen ihre aktuellen Jobchancen im Vergleich mit den Vorjahren deutlich besser ein. Im Jahr 2020, dem Jahr der durch Corona bedingten Lockdowns, waren es magere 17 Prozent.

3. Der Personalmangel wirkt sich vor allem auf die übrigen Beschäftigten aus, und so hat deshalb
jeder Zweite mit der Mehrbelastung und dem dadurch bedingten Stress zu kämpfen. Bei 52 Prozent von ihnen reduziert sich dadurch die Motivation. Die fehlende Motivation wirkt sich wiederum - zum Nachteil des Arbeitgebers - auf die Produktivität und die Qualität der Leistung aus. Ganz abgesehen davon, dass der Krankenstand signifikant ansteigt.

Auswirkungen des Arbeitsmarktwandels auf Arbeitgeber

Der Arbeitsmarktexperte von The Stepstone Group, Dr. Tobias Zimmermann, ist angesichts der
Studienergebnisse überzeugt davon, dass der Wandel am Arbeitsmarkt da ist - mit weitreichenden Folgen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. In früheren Jahren mussten sich Personaler durch Berge von Bewerbungen durcharbeiten, sodass Sie mit dem Sichten und Auswerten nicht hinterher kamen.

Heute sind Arbeitgeber froh, wenn sich auf qualifizierte Stellenangebote interessante Bewerber melden. Es wird immer schwieriger, Stellen adäquat zu besetzen. Arbeitgeber sind deshalb gefordert. Sie müssen sich viel einfallen lassen, um gute Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und neue Bewerber anzulocken.

Auswirkungen des Arbeitsmarktwandels auf Arbeitnehmer

Umgekehrt hat sich die Situation für Arbeitnehmer deutlich zum Positiven gewandelt. Heute sind es gut qualifizierte Arbeitnehmer, die den besten Arbeitgeber auswählen können. Dabei geht es nicht nur um die Bezahlung, sondern auch um eine Kultur der Wertschätzung, die sich in Form von Zuschüssen, Benefits und flexiblen Arbeitsbedingungen zeigt. Aufgrund der für Arbeitnehmer
positiven Arbeitsmarktsituation wird es immer einfacher werden, den Job zu wechseln. Es sind vor allem Beschäftigte im Personalwesen, die entspannt in die Zukunft blicken.

61 Prozent der Befragten schätzen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt besonders gut ein. Es folgen Juristen mit 58 Prozent, Ärzte mit 55 Prozent und Pflegepersonal mit 54 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt eine Analyse der Jobs auf Stepstone. Offene Stellen gibt es vor allem im Bereich Soziales, im Gesundheitswesen sowie im Personalbereich. Auch wenn Arbeitgeber vor grossen Herausforderungen stehen, wird die Arbeitsqualität voraussichtlich steigen. Denn viele Menschen werden den Job suchen und finden, der am besten zu ihnen passt.