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Welchen Prozentsatz des Lohnes sollte der Mietzins nicht übersteigen?

Veröffentlicht am 15.02.2024 von Marcel Penn, Marketing- & Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Welchen Anteil Ihres Lohns sollten Sie höchstens für Ihre Mietwohnung aufwenden? Einige bewährte Faustregeln helfen bei der Entscheidung, ob man sich die Wunschwohnung leisten kann oder sich besser nach einer günstigeren Wohnung umsehen sollte.
Ein Drittel des Haushaltseinkommens gilt allgemein als Obergrenze

Die Faustregel, maximal ein Drittel des Einkommens für die Wohnkosten zu verwenden, gilt dann, wenn Sie einen sicheren Arbeitsplatz haben und das Einkommen keinen grösseren Schwankungen unterworfen ist. Bonuszahlungen des Arbeitgebers sollten bei dieser Drittel-Regel am besten gar nicht einberechnet werden, da sie nicht regelmässig erfolgen und eine zukünftige Auszahlung nicht als gesichert gilt.

Familien mit mehreren Kindern oder Haushalte mit geringem Lohneinkommen sowie Alleinerziehende sollten einen geringeren Prozentsatz anstreben, und zwar maximal zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent des Haushaltseinkommens. In Ballungsräumen wird man mit einem solch geringen Budget nicht leicht fündig. Die Suche in Kantonen, in denen die Situation auf dem Wohnungsmarkt nicht ganz so schwierig ist, ist eine Alternative, sofern man räumlich flexibel ist.

Wer nicht in teuren Städten wie Zürich wohnen muss oder möchte, kann auf ländliche Regionen ausweichen, in denen der Kostendruck noch nicht so stark spürbar ist. Darüber hinaus spielen persönliche Netzwerke eine grosse Rolle. Denn günstige Mietwohnungen gelangen häufig gar nicht erst in die Onlineportale.

Viele Menschen schätzen ihre Ausgaben unrealistisch ein

Am Anfang der Überlegung, ob die gewünschte Wohnung in den persönlichen finanziellen Spielraum passt, steht eine Bilanz: Sie sollten alle Einnahmen den Ausgaben gegenüberstellen. Die Kosten für Kinderbetreuung dürfen dabei nicht vergessen werden. Auch Posten, die nicht planbar sind, zum Beispiel unvorhergesehene Reparaturen oder Krankheitskosten, sollten in die Kalkulation eingehen.

Ausserdem darf nicht vergessen werden, dass der Mietzins Schwankungen unterliegt. Wer über finanzielle Reserven verfügt, könnte ausserdem über den Erwerb einer Immobilie nachdenken. Denn durch Faktoren wie die steigende Inflation oder ein höherer Referenzzinssatz können in den kommenden Jahren die Kosten für eine Mietwohnung deutlich steigen.

Einfluss des Referenzzinssatzes auf die Mieten

In diesem Jahr hat sich der Referenzzinssatz zum ersten Mal seit dessen Einführung im Jahre 2008 erhöht. Ein weiterer Anstieg des Referenzzinses in den kommenden Jahren ist wahrscheinlich. Wenn sich Vermieter bei der Höhe des Mietzinses an den aktuellen Referenzzinssatz gehalten haben, konnten Sie in der Vergangenheit vielleicht sogar in den Genuss sinkender Wohnungskosten kommen. 

Dies könnte sich in Zukunft ändern. Darüber hinaus müssen Sie aufgrund der momentan hohen Teuerungsrate mit weiteren Anpassungen des Mietzinses rechnen. Bis zu vierzig Prozent der Inflationsrate - angelehnt an den Landesindex für Konsumentenpreise - können von Immobilienbesitzern an Mieterinnen und Mieter weitergegeben werden. Vor allem wenn sich die Inflation nur langsam verringert, kann von einem weiteren deutlichen Anstieg ausgegangen werden.

Die weitere Entwicklung der Leitzinsen und der Teuerungsrate wird sich auf die Höhe des Referenzzinssatzes auswirken. Mieterinnen und Mieter steht in den kommenden Monaten eine schwierige Phase bevor, in denen sie höhere Ausgaben für ihre Mietwohnung erwarten können.