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Stellenabbau und Stellenwachstum in der Schweiz - wie passt das zusammen?

Veröffentlicht am 30.11.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Im Jahre 2023 verzeichneten viele Unternehmen in der Schweiz einen deutlichen Stellenabbau. Gleichermassen wächst die Anzahl der offenen Stellen. Es scheint ein Widerspruch zu sein, doch es gibt Gründe für diese Entwicklung: In einer bestimmten Branche sind besonders viele Stellen offen.
Fachkräftemangel und Umschwung in der Arbeitswelt prallen aufeinander

Seit Jahren gibt es in einigen beruflichen Bereichen einen massiven Fachkräftemangel. Dies führt dazu, dass Unternehmen ihre offenen Stellen nicht besetzen können. Es gibt aber auch Firmen, die unter einer schlechten Auftragslage leiden. Es sind nicht genügend Kapazitäten vorhanden, um alle Mitarbeiter in der vereinbarten Stundenzahl zu beschäftigen. Die Ursachen sind vielfältig: Wegfall von Arbeitsplätzen durch Automatisierung und künstliche Intelligenz, fehlende Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens durch teure Finanzierungen oder eine schlechte Auftragslage werden von den Unternehmen genannt. Dadurch entsteht die Diskrepanz zwischen einem Stellenabbau einerseits und einer grossen Anzahl freier Stellen andererseits. Stellenabbau und offene Stellen überschneiden sich nicht: Die Unternehmen und Branchen sind unterschiedlich.

Zuwachs an Stellen in der MEM-Industrie

Ein Unternehmenszweig, der seit längerer Zeit unter einem starken Fachkräftemangel leidet, ist die MEM-Industrie. Dahinter verbirgt sich der Bereich der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. In diesem Bereich gibt es schon seit einigen Jahren eine starke Nachfrage an Fachkräften. Auch Bewerbungen von Quereinsteigern sind bei vielen Unternehmen willkommen. Jedoch gibt es Arbeitsbereiche, die nur ausgebildete Fachkräfte bedienen können. Darin liegt das Problem: Bereits im Bereich der Ausbildung gibt es offene Stellen, die sich nicht besetzen lassen. Somit sind Fachkräfte für den Bereich MEM-Industrie auf dem Arbeitsmarkt nur schwer zu bekommen. Die vakanten Stellen sind eine Folge des Fachkräftemangels.

Hohe Nachfrage an Produkten aus dem Bereich MEM

Darüber hinaus sind die Bereiche der Industrie sehr gefragt. In der Folge gibt es in den Bereichen Maschinenbau, Metall- und Elektroindustrie einen Zuwachs an offenen Stellen. Dem steht der Fachkräftemangel gegenüber. In der Konsequenz ist es für viele Unternehmen schwierig, die offenen Stellen zu besetzen.

Unternehmen müssen Stellen abbauen - die andere Seite

Wirtschaftsberichte aus dem Jahre 2023 zeigen auf, dass zahlreiche Unternehmen in der Schweiz Stellen abbauen müssen oder dies planen. Dabei handelt es sich jedoch um Branchen, die nicht in der MEM-Industrie angesiedelt sind. Der Stellenabbau erfolgt, weil die Unternehmen die Stärke der Arbeitnehmer reduzieren müssen. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage haben manche Firmen nicht mehr so viele Aufträge. Der Stellenabbau erfolgt aber auch, weil Unternehmen Kosten sparen müssen. So werden Teile der Unternehmensstruktur ins Ausland verlegt, vorzugsweise in Länder wie Bulgarien, in denen die Lohnkosten und die Kosten für die Produktion niedriger sind. Aber auch teure Kreditfinanzierungen sind ein Grund für die Entlassung von Mitarbeitern: Wenn Investitionen nicht möglich sind, weil die Kosten für die Finanzierung zu hoch sind, können mitunter keine neuen Aufträge angenommen werden. In der Folge kann es dazu kommen, dass nicht mehr alle Mitarbeiter gebraucht werden.

Offene Stellen gibt es - aber nicht überall

Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt ist die Anzahl an offenen Stellen hoch. In einigen Branchen, etwa in der Industrie oder in der Pflege, gibt es seit einigen Jahren einen Nagel an Fachkräften. Die Wirtschaftskrise, die auch Unternehmen in der Schweiz betrifft, führt zu Veränderungen: In einigen Branchen ist es geplant, die Hälfte der Mitarbeiter zu entlassen. Dennoch blickt der Arbeitsmarkt in der Schweiz auf eine positive Zukunft: Für Arbeitssuchende sind die Aussichten gut. Es kann aber notwendig sein, sich weiterzubilden und bereit zu sein, in einer anderen Branche zu arbeiten.